Dezember 2016

Talenten eine Bühne geben

Das Projekt Kultur ohne Ausnahme hilft mit, dass Talente sich zeigen und weiter entwickeln können. Eine wichtige Kooperationspartnerin ist dabei die Künstlerin Ina Z. Im Reutlinger Kulturzentrum franz.k moderiert sie regelmäßig die Veranstaltung Rampenfieber und wird dabei von Clemens Wittel am Klavier begleitet. Hier bekommen Talente eine Bühne. Die folgenden kurzen Ausschnitte vom 20. Dezember geben einen Eindruck davon:

Dezember 2016

Filmpräsentation „Wo´s passt“

Die Agentur für unschätzbare Werte wurde von der Stadt Reutlingen beauftragt, einen Erkundungsfilm zu drehen, der sich mit Ansichten und Erfahrungen von Jugendlichen beschäftigt. Dabei geht es vor allem darum, was für sie eine wertschätzende Kultur ausmacht, die einen Ort zu einem guten Ort werden lässt. Die rund zwanzigminütige „Schatzsuche“ kreist um Orte im Reutlinger Norden, trägt den Titel „“Wo´s passt“ und wurde am 17. Dezember im Jugendhaus Bastille erstmals präsentiert. Im folgenden Ausschnitt ist der Anfang des Films zu sehen:

Eine zentrale Botschaft der Jugendlichen lautet: Es ist wichtig, dass man anerkannt wird und dass man Möglichkeiten hat, sein Leben nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten. Dafür braucht es angemessene Rahmenbedingungen. Santiago Österle setzt sich dafür ein, dass die Bedingungen besser werden. Davon handelt auch ein Rap Song, mit dem er den Zuschauerinnen und Zuschauer nach der Filmpremiere in der Bastille einen Einblick in seine Perspektiven gab. Hier ein kurzer Ausschnitt seiner Präsentation:

Herbst / Winter 2016

Schätze des Kulturlebens

Bei unseren Erkundungen in Reutlingen, Tübingen und darum herum entdecken wir viele unterschiedliche Schätze. Im Oktober waren wir im Kulturzentrum franz.k bei Heiners Schmuckschatulle. Das ist eine Veranstaltungsreihe, die das Projekt „Kultur ohne Ausnahme“ ins Leben gerufen hat. Das folgende Video zeigt Impressionen von der ersten Veranstaltung:

Nachdem beim ersten Termin ausschließlich Männer auftraten, waren beim zweiten mal dann auch Frauen dabei. In den folgenden Ausschnitten sieht man die Tänzerin Laura Brückmann begleitet von Rainer Brückmann und davor Heiner Kondschak mit der Gebärdendolmetscherin Rita Mohlau sowie den Schauspielerinnen Chrysi Taoussanis und Mirjam Waggon:

Sommer 2016

Eine Art Konzertbüro

Den Sommer über konnten wir das ehemalige Konzertbüro im Reutlinger Spitalhof für unsere Aktionsforschung in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Kultur ohne Ausnahme“ nutzen. Das war ein guter Ort, um weiter zu erkunden, wie wir uns mit unseren Fragen und mit unseren bisherigen Erfahrungen Gehör verschaffen können. Regelmäßig haben wir Passantinnen und Passanten eingeladen, bei uns zu verweilen, Videos über unsere Aktionsforschung anzuschauen und mit uns zu sprechen.

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Sommer 2016

Wo Respekt kultiviert wird

Bei unserer Suche nach Handlungsmöglichkeiten für eine Kultur ohne Ausnahme finden wir immer wieder ermutigende Beispiele. Dazu gehört das Projekt TALK. Hier rappen Jugendliche zum Beispiel über ihre eigenen Erfahrungen und setzen sich für Respekt ein. Bei der Projektpräsentation vor den Sommerferien haben wir mit dem Rapper Santiago Österle darüber gesprochen, was TALK für ihn bedeutet.

Frühling / Sommer 2016

Unterwegs mit …

Im Zusammenhang mit dem Projekt „Kultur ohne Ausnahme“ fragen wir nach den Ansichten und Erfahrungen von Menschen aus Reutlingen und versuchen dabei Schritt für Schritt zu lernen: Wie muss es sein, damit es möglichst für alle passt? Hierfür sind wir mit ganz unterschiedlichen Reutlinger Bürger_innen im Kulturleben unterwegs. Was wir dabei erfahren, wollen wir zukünftig mit Hilfe von Texten und anderen Medien weiter erzählen. Der Arbeitstitel hierfür lautet: „Unterwegs mit…“.

Wenn man mit Maria Eckert unterwegs ist, kann man zum Beispiel erfahren, dass sie vor einiger Zeit das Buch „Ein ganzes halbes Jahr“ gelesen hat. Nun läuft am 23. Juni 2016 die Verfilmung des Buches im Reutlinger Cineplex – Kino an. Frau Eckert will den Film unbedingt sehen und empfiehlt das auch anderen Menschen mit und ohne Handicap. Im folgenden Video erzählt sie von Schwierigkeiten der Hauptpersonen im Film und auch von Herausforderungen, den der Kinobesuch im Cineplex Planie für Rollstuhl-Fahrerinnen und Rollstuhl-Fahrer mit sich bringt:

Auch ein Besuch im Schwimmbad kann für viele Menschen zu einem guten (Kultur-)Leben beitragen. Helga Jansons beispielsweise will das eigentlich sehr gerne machen. Dafür braucht sie allerdings angemessene Bedingungen. Im Mai war sie bei einer Straßenaktion der Behindertenliga für Verbesserungen im Reutlinger Freibad dabei. Gemeinsam mit ihren Mittreiter_innen setzt sich Helga Jansons für angemessene Umkleidemöglichkeiten, barrierefreie Sanitäranlagen und Lifter an den Wasserbecken ein. Im Freibad und in der Stadt insgesamt gibt es einiges zu tun, um allen Menschen den Zugang zum kulturellen Leben zu ermöglichen:

Angelika Lotterer wirkt im Arbeitskreis Selbstbestimmung mit, wo sie sich unter anderem für die Belange von Menschen mit Lernschwierigkeiten engagiert. Darüber hinaus setzt sich der Arbeitskreis Selbstbestimmung aber auch dafür ein, dass möglichst alle Menschen in Reutlingen und darum herum gut leben können.

Als Expertinnen und Experten in eigener Sache sind die Mitglieder des Arbeitskreises ebenso für eine Kultur ohne Ausnahme unterwegs, wie Markus Lemcke, der im folgenden Video am Computer zu sehen ist. Er ist unter anderem Experte für den Abbau von Barrieren im Umgang mit Computern, Tablets und Mobiltelefonen. Außerdem kennt er sich mit dem Thema „Barrierefreier Internetzugang“ aus (weitere Informationen).

Mit dem Abbau von Barrieren hat auch der Arbeitskreis Selbstbestimmung schon einige Erfahrungen gesammelt, zum Beispiel bei der Einführung von Symbolen als Orientierungshilfen im Reutlinger Stadtbus-Verkehr.

Unterwegs sind wir seit längerer Zeit auch schon mit Franziska Schiller. Als Expertin in eigener Sache eröffnet sie immer wieder weiterführende Perspektiven bei der Suche nach Handlungsmöglichkeiten für eine Kultur, die möglichst allen Menschen gerecht wird. Für sie hört das nicht an den Stadtgrenzen auf. Regelmäßig erkundet sie auch andere Orte, um dort Kultur zu genießen und selbst Kultur zu schaffen. In diesem Zusammenhang nutzt sie oft öffentliche Verkehrsmittel. Im folgenden Videoausschnitt sind Franziska Schiller und noch einmal Markus Lemcke zu sehen.

„Ich will nicht dumm sterben“, sagt Franziska Schiller. Fortwährend ist sie unterwegs, um immer neue Facetten des (Kultur-)Lebens zu erkunden. Auf dem Foto unten sehen wir sie zusammen mit der Zeitungsjournalistin Gisela Sämann vom Reutlinger Generalanzeiger:

Franziska Hospitation2

Bei Frau Sämann konnte Franziska Schiller im Mai eine Woche lang hospitieren und hat dabei wieder mal viel Neues erfahren – aber nicht nur sie: Die Zeitungsfrau berichtete, dass sie auch viel von Franziska Schiller gelernt hat. Ein Beispiel ist nach ihren Worten,„dass wir die Experten in eigener Sache, also Menschen mit Behinderungen, mehr einbeziehen sollten in unsere Berichterstattung.“

Beim Perspektiven erweitern hilft uns auch die Zusammenarbeit mit einem jungen Mann, der im Frühjahr im Kulturzentrum franz.K zwei Dutzend Gäste empfangen hat, um den Film „Rainman“ zu zeigen und dabei auch über sich selbst zu sprechen. In seiner Einladung schrieb er unter anderem: „Da ich ein sehr großer Filmfan bin, habe ich schon ziemlich viele Filme gesehen. Aber es gibt da einen Film, der besonders die Menschen mit Besonderheiten betrifft und zwar genau in der Mitte ihres Geistigen Verstandes. Dieser Film handelt von zwei Männern. Der eine von denen ist etwas Besonderes und dem anderen ist seine Innenwelt unbekannt“.

Dass auch der Blick in die Vergangenheit sehr wichtig sein kann, daran werden wir immer wieder erinnert, wenn wir mit einer in den 1930er Jahren geborenen Frau unterwegs sind, aus deren Perspektive die Erinnerungskultur eine ganz besondere Bedeutung hat.

Von den Ansichten und Erfahrungen dieser Menschen und von vielem mehr, was wir „unterwegs mit …“ erfahren, wollen wir zukünftig auf der Internetseite der Agentur für unschätzbare Werte und auch an anderer Stelle ausführlicher berichten – manchmal durch Texte, manchmal durch Videos und manchmal vielleicht auch in einer ganz anderen Form.

Frühling 2016

Was tun, damit es für alle passt?

Eine globale Frage. Wir stellen sie in den lokalen Raum. Seit Mai auch im Französischen Viertel in Tübingen. Hier erste Eindrücke von unserer Spurensuche:

Das Französische Viertel ist ein Quartier mit rund 2500 Einwohner_innen, das in den letzten 20 Jahren auf einem ehemaligen Militärgelände entstanden ist. Es gibt hier aber auch Gastronomie, Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungsbetriebe, Werkstätten und vieles mehr. Nicht zuletzt durch die bunte Mischung gilt das Viertel vielen als städtebauliches Vorbild. Es gibt aber auch kritische Stimmen. So kritisierte beispielsweise ein Passant bei einem Straßeninterview, dass sich aus seiner Sicht hier wohlhabende Menschen mit Hilfe ihrer Privilegien eine Art Paradies eingerichtet hätten. Ein guter Ort, um nach Solidarität zu fragen:

Aktuell wird im Franzöischen Viertel viel über die geplante Bebauung des Französischen Platzes mit einem Haus diskutiert, in dem hierher geflüchtete Menschen wohnen und kulturelle Aktivitäten für das Quartier und die Umgebung stattfinden sollen. Hierzu sind im Mai 2016 auch schon einige kontroverse Leser_innenbriefe in der Lokalzeitung erschienen. Einen davon hat Till Gocht geschrieben. Er hält den von der Stadt dafür vorgesehenen Platz neben der Panzerhalle für gut gewählt und begründet das in seinem Leserbrief unter anderem mit Erfahrungen, die er vor einigen Jahren bei einem Theaterprojekt gemacht hat: „…ich kann mich erinnern, wie im Sommer 2008 im Rahmen des Tübinger Sommertheaters im und um dieses Quartier herum ein Theaterstück mit dem Titel „Aussem Paradies – Eine Stadtgeschichte“ aufgeführt wurde. (…)“. Auch diese Erinnerung bewegt ihn, sich in einer Bürger_inneninitiative für das Wohn- und Begegnungshaus auf dem zentralen Platz neben der Panzerhalle zu engagieren. Hier ein Ausschnitt aus einem Gespräch mit Till Gocht am 23. Mai 2016:

Mit einem Brief haben die Initiator_innen alle Bewohner_innen des Französischen Viertels und der angrenzenden Gebiete eingeladen, sich an der Gestaltung des „maison mondiale“ bzw. des „Hauses der Welt“ zu beteiligen. Die Agentur für unschätzbare Werte unterstützt dieses Vorhaben:

Frühling 2016

Märchenhafte Vorstellungen

Das Pfullinger Schaffwerk ist aus der Winterpause zurück. Dort entsteht mit Unterstützung der Agentur für unschätzbare Werte aus dem Erbe von Peter Kramer ein Kulturbetrieb für andere Perspektiven. Aktuell macht vor allem Sabine Kramer im Schaffwerk Betrieb. Seit Mai 2016 gibt es wieder Veranstaltungen, bei denen sie mit Märchen und anderen Geschichten durch das Haus führt. Informationen zur Veranstaltung

Frühling 2016

Unterwegs für eine Kultur ohne Ausnahme

Seit der Winter vorbei ist, sind wir  mit dem Projekt „Kultur ohne Ausnahme“ immer wieder auf öffentlichen Plätzen unterwegs, um Fragen in den Raum zu stellen. Dabei wirken unter anderem auch Reutlinger Bürgerinnen und Bürger mit, die sich seit vielen Jahren im Arbeitskreis Selbstbestimmung engagieren. Sie waren auch dabei, als wir im April ein öffentliches Aktionsforschungs-Büro in der Reutlinger Fußgängerzone aufgebaut haben. Hier einige Eindrücke von den Gesprächen:

Als Aktions-Forschungsstützpunkt nutzen wir im Frühjahr vorübergehend das Pfullinger Schaffwerk. Hier sammeln wir die Mitbringsel von unseren Forschungsreisen und von hier aus machen wir uns auf den Weg zu neuen Entdeckungen. Dabei kommt dann manchmal auch unser Dienstfahrzeug zum Einsatz. Thomas Geprägs berichtet:

Das Schaffwerk ist ein Museum der etwas anderen Art: Hier wird rund um die Hinterlassenschaft des Pfullinger Originals Peter Kramer eine etwas andere Erinnerungskultur gepflegt. Schritt für Schritt entsteht aus dem Erbe unter anderem ein lebendiges Museum zum Mitmachen. Hier fragen wir: Was macht eigentlich ein gutes Museum aus? Dazu gehört zum Beispiel, dass man nicht nur schauen, sondern auch selbst etwas ausprobieren kann. Das meinen zumindest manche Experten:

Winter 2016

Praktikum als Aktionsforscherin bzw. Aktionsforscher

Seit Januar 2016 arbeiten eine Praktikantin und fünf Praktikanten regelmäßig einen Arbeitstag in der Woche als Aktionsforscherin bzw. Aktionsforscher bei der Agentur für unschätzbare Werte mit. Möglich wurde das durch entsprechende Vereinbarungen mit den Werkstätten für behinderte Menschen der BruderhausDiakonie und der LWV Eingliederungshilfe im Rahmen des Projektes „Kultur ohne Ausnahme“. Weitere Informationen zum Praktikum