Anfang 2025

Dem Erinnern Raum geben

Unsere Aktions-Forschungs-Geschichte beginnt in einem alten Haus in Pfullingen. Hier gibt es viele Gegenstände aus früheren Zeiten. Einige benutzen wir für den Bau einer Zeitmaschine. Wir versuchen uns ein Bild von der Vergangenheit zu machen. Vielleicht finden wir so auch heraus, wie es in Zukunft gut weitergehen kann.

Durch ein altes Familienfoto stoßen wir auf die Geschichte einer Frau, von der wir bisher noch kein Bild haben. Ihre Geschichte hat lange im Dunkeln gelegen. In der Gesellschaft, in der sie lebte, wurde ein Leben wie ihres als „lebensunwert“ betrachtet. Die Frau wurde ermordet, genau wie 10653 andere Menschen, im Jahr 1940, in Grafeneck auf der Schwäbischen Alb.

Wie machen wir uns ein Bild davon, was diese Frau erlebt hat?

„Es gibt ein Bild von Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von entwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und sein Flügel sind aufgespannt. Der Engel der Geschichte muss so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm“.

Walter Benjamin (1940): Über den Begriff der Geschichte, These IX.

Im Pfullinger Schaffwerk schaffen wir Raum und Zeit zum Nachdenken und Vordenken von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft. Weitere Informationen und Terminvereinbarungen: info@unschaetzbare-werte.de

 Zeit der Besinnung 2024

Eine Art Gesellschaftsspiel

Wir stellen Fragen in den Raum und machen Aktionen, damit sich etwas ändert. Gegenwärtig machen wir das im Zusammenhang mit dem Projekt „Meine Welt in der Welt“. Gefördert wird unsere diesbezügliche Aktionsforschung von der Baden-Württemberg Stiftung.

Wie ist es in Deiner Welt? Was ist Dir wirklich wichtig? Was bedeutet Dir was? Wer tut Dir gut? Wo passt es für Dich? Was gibt es da für ein gutes Leben? Was steht dem im Weg? Wie ist das für die anderen Menschen? Wie ist es jetzt? Wie war es früher? Wie soll es später einmal sein? Wie wäre es, andere Perspektiven „ins Spiel“ zu bringen? Womöglich könnte Erinnern ein Anfang sein? …

Herbst 2024

Nachhaltige Gemeinwesenentwicklung

„Fragen über Fragen“ lautete der Titel einer Veranstaltung , mit der wir am 11. Oktober im Esslinger Kulturzentrum Komma den Abschluss unserer kooperativen Weiterbildung „Agent*in im Gemeinwesen“ gefeiert haben. Ausführlich berichten werden wir darüber bzw. über unsere diesbezügliche Aktionsforschung mit einem Ende des Jahres erscheinenden Multimediatext in der Reihe „dazwischen : funken“.  Im Zentrum wird dabei die Frage stehen, was bzw. wie Fachleute aus der Kinder- und Jugendarbeit als Agent*innen im Gemeinwesen zu nachhaltigen Entwicklungen beitragen können. Um diese Frage geht es auch im folgenden Interview mit Dr. Uta Eser vom Büro für Umweltethik, das Harald Sickinger im Kontext der Weiterbildung geführt hat.